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Es ist keine gute Zeit für junge Bands, die effektiv noch Musik mit Instrumenten machen. Das hat man auch an der 23. Ausgabe des «Band it»-Wettbewerbs im Bubiker Club Rampe gesehen. Das «freiwillige» Publikum fehlte.

Talentwettbewerbe sind nicht nur ein mögliches Sprungbrett für junge Musiker, sondern auch eine Möglichkeit, neue Musik zu entdecken. Dennoch zeichnete sich die Rampe durch erschreckende Leere aus. Zumeist waren es keine Besucher aus „freien Stücken“, sondern da jubelten enge Freunde und die Familie. War überhaupt jemand auf Entdeckungstour so wie ich?

Dabei waren vielversprechende Töne von der Bühne zu vernehmen. Da waren The Rugees mit ihrem Chor aus vier Mädchen. Tamara Heinzer stach mit ihrer starken Stimme deutlich heraus. Sie coverten Take A Bow von Rihanna, Dance With Somebody von Mando Diao, das allerdings zu schwerfällig, weil zu tief gesungen, daherkam, und Ray Charles’ Hit The Road Jack.

Die Musikschul-Band T.I.P. aus Bülach setzte bereits mehr Energie frei. Die professionelle Ausbildung drückte klar durch. Die soulige Stimme von Tringa Morina ist omnipräsentes Aushängeschild des Sounds. Anspruchsvoll war ohne Zweifel Rolling In The Deep von Adele, welches nicht nur Morina deutlich forderte, sondern auch, weil der Song mittlerweile derart totgespielt wurde, dass man ihn einfach im Kopf und somit den Direktvergleich mit dem Original hat.

Danach wurde es heftiger. LOTEG spielten den Charts stürmenden Fun Punk Rock der American Pie-Generation. Little Things von Good Charlotte oder Everytime I Look For You von blink-182 waren zwar Stimmungsbomben, doch zeigte die Band wenig Innovation. Keine Interpretation, sondern blosses Nachspielen. Die Jungs legten sich ins Zeug, der Funke sprang aber nicht über.

Lemonshot hatten deutlich funkige Einflüsse im rockigen Grundgerüst. Mit jugendlich provokanten Texten wie «weed is what you need» präsentierten sie ihre eigenen Songs im leider etwas verschlafenen Gewand. Ihre Instrumente beherrschten sie dennoch ausgezeichnet und Gitarrist Julian Glaus machte auf Hendrix und spielte seine Klampfe kurzerhand oral.

Overheat waren schliesslich der Höhepunkt des Abends, denn sie hatten deutlich am meisten Anhänger in den wenigen Reihen des Publikums. Bereits während der Anmoderation machte Sänger Jimmy Riot Stimmung, die Menge jubelte. Im Gegensatz zu LOTEG, die ebenfalls vor der Bühne pogten, hatte das Punk-Quartett ihren eigenen Stil und konnte die Besucher mitreissen. Songs wie American Disaster hatten Charakter, steigerten sich. Dass Overheat nicht nur lärmen können, bewiesen sie mit I will come back to say goodbye, einer fast schon klassischen Ballade.

Alleine schon wegen Overheat hat sich den Besuch in Bubikon gelohnt. Erst recht, weil der Eintritt frei war. Erstaunlich, wie wenig spontan Entschlossene sich in der Rampe zeigen liessen. Eine traurige Bilanz für den Nachwuchs.