«Only If For A Night» – aber diese Nacht ist mir umso mehr in Erinnerung geblieben. Florence & the Machine landete mit ihrem Konzert am 21.11.2012 in der Eishalle in Winterthur auf Platz 1 meiner Best-of-Concerts-Liste. 

Mehr noch als am Openair St. Gallen verzauberte Florence die Massen in Winterthur (Sacha Saxer)

Mehr noch als am Openair St. Gallen verzauberte Florence die Massen in Winterthur (Foto: Sacha Saxer)

Kennt ihr diese Stimmung, in der man an einem Konzert meist so zum Schluss ist? Die Gänsehaut, wenn alle stehen, tanzen, klatschen, singen und es niemanden mehr auf dem Platz hält?
Nun, Florence and the Machine schafften es, dieses Feeling schon beim dritten Lied zu erzeugen, was ich bisher noch bei keinem Konzert erlebt habe. Selten stimmt wirklich alles beim Konzert – das Licht, die Mischtechnik, die Show, die Bühnenpräsenz. Doch am Mittwoch machte jedes einzelne Crewmitglied eine hervorragende Arbeit – vielen Dank an dieser Stelle auch an die Lichttechnik und den Mischer, die nicht zuletzt mit für die Stimmung verantwortlich waren – und bescherte uns somit eines der besten Konzerte, das ich je gesehen habe. Florence besitzt eine unglaubliche Ausstrahlung, ist stimmgewaltig wie sonst kaum jemand und versteht es, charmant mit dem Publikum zu spielen. Dabei sieht sie auch noch gut aus, bleibt sympathisch und ist elegant. Eine beeindruckende Frau, wenn man es so sagen darf, die das Publikum vollkommen in der Hand hatte und mit kleinen Gesten oder Worten zum Toben brachte. Sie brachte das Eis in der Halle nicht nur zum schmelzen, sondern gar zum Verdampfen, so erhitzt war die Stimmung.
Dabei spielte es gar keine grosse Rolle, welche Lieder sie spielte, während sie sich drehte, tanzte und barfuss auf den Zehenspitzen über die Bühne hüpfte oder rannte, elegant wie eine Ballerina.

Natürlich durften ihre Hits nicht fehlen, so dass No Lights, No Lights, Shake It Out oder dann als Zugabe Say My Name und auch The Dog Days Are Over durch die Halle klangen. Egal, welches Lied sie spielte, ob langsam oder schnell, das Publikum wechselte sich ab mit atemlosem Zuhören oder tosendem Applaus.
Highlight des Abends – mal abgesehen von der hervorragenden Musik – war für mich ganz klar, als Florence den ganzen Saal zum Hüpfen brachte. Nach ihrem Kommando “jump, jump, jump, jump” war tatsächlich der komplette Saal am Hüpfen, bis in die hinterletzten Sitzreihen. Was für ein Anblick!

Um es kurz zusammenzufassen: Florence bescherte mir und vermutlich auch einigen Anderen einen unvergesslichen Abend und setzte die Messlatte für folgende Konzerte sehr, sehr hoch an. Einzige Wehrmutstropfen waren die Vorband Spector, die etwas an ein Backstreet Boys-Revival in Indie erinnerte und die Stunde Wartezeit zwischen Vorband und Hauptact. Bedenkt man jedoch den darauf folgenden Auftritt, lässt sich dies gut verschmerzen.

Keep It Up Florence and the Machine! Vielen Dank für den fantastischen Abend, der mich auch im Nachhinein noch beeindruckt!