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Der dritte und letzte Tag an der Bad Bonn Kilbi verspricht spannende Acts und vermatschte Kleidung. Ein letzter Tag im Himmel auf Erden mit Musik aus der Hölle. Das familiäre Festival am Schiffenensee lässt sich nicht von Sturm und Regen stören und lädt zum Tanz zu den verschiedensten Musikstilen ein.

Hier geht’s zum Bericht vom 1. Tag und 2. Tag.

Während am See auf einer Minibühne trotz anhaltendem Regen einige Konzerte im kleinerem Rahmen zelebriert werden, gibt der Rapper Cakes Da Killa aus New Jersey an der B-Stage ordentlich Schmackes. Mit Tänzern auf der Bühne wird schon früh am Abend eingeheizt.

Play that funky music

Beim coolen Jazz von Kamasi Washington herrscht Euphorie pur. Man sieht den Kaliforniern die Spielfreude wahrlich an und sie bringen gute Laune an die Mainstage. Genau wie der Keyboarder habe auch ich während des gesamten Auftritts ein riesiges Dauersmile. Ein Solo jagt das andere und dazu liefern die beiden Schlagzeuger und der Bassist einen mitreissenden Groove.

Special Guest des Abends ist Kamasis Vater höchstpersönlich, Experte auf der Querflöte. Kamasis Freundin ist ebenfalls als Sängerin mitangereist und ein Song wird der Grossmutter gewidmet. Ein typischer «… she always told me…»-Lebensweisheitssong. Musik, die man den ganzen Abend hören könnte, oder jedenfalls bis die Hüften schlapp machen.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Kamasi Washington live an der Kilbi (Foto: Facebook/Bad Bonn)

Ladies in black

Pünktlich wie die SBB lässt die nächste Punkgruppe ein wenig auf sich warten. Aber als die Frauen die Bühne betreten wird eines sofort klar: Bei Savages ist der Name Programm. Düsterer und wilder Punk, über eine Stunde lang. Als wäre es Soundtrack für einen trashigen Horrorfilm. Alle in schwarz gekleidet, Johnny Cash wäre stolz. Die Frauen sprühen vor Energie and the mob goes wild. Die Sängerin nimmt mehrmals ein Bad in der Menge und mit dem Song Fuckers beenden Savages ihre Zugabe.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Savages (Foto: Facebook/Bad Bonn)

Europapremiere an der Kilbi

1972 wurde im Sinus Studio in Bern die Platte Seven Up mit der Band Ash Ra Tempel und LSD-Guru Timothy Leary aufgemmen. Ziel war es, die sieben Bewusstseinsstufen eines LSD-Trips zu vertonen. Pioniere des Krautrocks. Mit den Gastmusikern Ariel Pink, Oren Ambarchi und Shags Chamberlain bringt der Ash Ra Tempel-Gitarrist Manuel Göttsching nun diese legendäre Musik auf die Bühne.

Und genau so klingt es auch: Reinste Drogenmusik. Als würde man Pink Floyds kokainsüchtigem Cousin zuhören. Echo, Hall, Synthie und mal experimentiert die ganze Band am Vibraphon: Total abgehoben.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Ash Ra Tempel (Foto: Facebook/Bad Bonn)

Long Slow Goodbye

Jetzt folgt wohl oder übel das Nach-Kilbi-Tief, eine Midlife-Crisis in jungen Jahren. Der Ernst des Lebens fängt wieder an. Die Schuhe müssen auch geschrubbt werden. Danke für die dreckigen Latschen. Und natürlich für die Musik. Geile Mucke. Vorfreude für die nächste Kilbi ist schon da. Und für die übernächste auch schon.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

(Foto: Facebook/Bad Bonn)