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Der zweite Kilbitag steht vor der Tür, das Haus verlässt man jedoch nicht ohne Regenmantel. Die Atmosphäre an der Bad Bonn Kilbi bleibt zwischen dem 2. bis 4. Juni trotz andauerndem Schauer unvergleichlich.

Hier geht’s zum Bericht vom 1. Tag und 3. Tag.

Where the hell is Bad Bonn? Es liegt irgendwo zwischen Düdingen und dem Schiffenensee, ragt scheu aus dem Wald hervor. Kurzum: Am Ende der Welt. Also gleich in meiner Nachbarschaft. Jährlich verlaufen sich 2500 Musikbegeisterte an die Kilbi, magisch angezogen vom abgespaceden Sound. So verlaufe auch ich mich gezielt im Kilbiwunderland und im Schlamm, denn das Wetter bleibt leider unkäuflich und hat das Festivalgelände mit Matsch überzogen.

Have you ever seen the rain?

19:30 Uhr, Bier in der Hand, Parquet Courts. Die Band aus New York bietet schnörkellosen Indie-Rock mit einer ordentlichen Dosis Melancholie. Manchmal entwischt ihnen ganz scheu ein kurzer Punkeinwurf, konzentrieren sich danach aber rasch wieder auf ihren gemütlichen Sonnenuntergangssound.

Während dem Konzert beginnt nun auch der Platzregen die Kilbi zu erobern. Das Wasser findet den Weg in die überdachte Mainstage, der Schlamm hat den Krieg Matsch gegen Converse-Sneakers für sich entschieden. Die meisten Festivalgänger suchen sich ein Dach über dem Kopf und während es draussen pisst, machen die Hardcore-Punker von Pissed Jeans an der B-Stage ordentlich Radau.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Electro-Jazz und brachialer Lo-Fi

Sam Shepherd ist Neurologe, macht nebenbei aber auch mit seiner Band Floating Points Musik in einer Mischung aus Electronic, Deep House und Jazz. Mit einer dazu passenden Strobolichtshow und ordentlich Nebel haben sie das Publikum vollkommen in ihren Bann gezogen. Bedingungslose Kapitulation, entkommen ausgeschlossen.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Danach rocken Fat White Family die B-Stage. Bei den Lo-Fi-Garage Punker geht es vor allem ums Provozieren und Schreien. Zuschauer, welche auf der Bühne abtanzen oder einen Stagedive wagen wollen, werden vom Sänger persönlich von der Szeniere wegeskortiert. Oder in anderen Worten: Er wirft sie elegant von der Bühne. Böse kann man ihm nicht sein, dafür ist die Musik einfach zu mitreissend.

Britische Premiere

Zur besten Zeit am besten Ort macht sich nun die neue Supergruppe Minor Victories bereit. Die Band besteht aus Mitgliedern von Mogwai, Editors und Slowdive. Klingt vielversprechend. Für die Band ein spezieller Abend, denn für sie hiess es: Erstes Konzert in der Schweiz, das erste Festival und der Relase ihres sebstbennanten Albums Minor Victories. Die Band spielt live viel dreckiger und verzerrter als erwartet. Es dauert ein wenig, aber spätestens nach Breaking My Light ist der Funke auf die Zuhörer übergesprungen.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Minor Victoires in Aktion (Foto: Facebook/Bad Bonn)

Falafel macht müde Männer munter

Nach meinem traditionellem Gang zum Falafelstand (sehr zu empfehlen) bin ich wieder bereit für ein wenig Lärm und begebe mich zur B-Stage, wo gerade NO ZU den Matsch zur Tanzfläche verwandelt. Bei der Latino-Version von Parov Stelar bleibt niemand ruhig. Genau wie bei Powell, welcher um 2 Uhr morgens die Kilbigänger zum Rave an der Mainstage einlädt. Mit Vorfreude und Bedauern blicke ich auf den letzten Kilbitag und bin gespannt auf weitere Acts und Falafel.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

(Foto: Facebook/Bad Bonn)