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Auch dieses Jahr lädt das Bad Bonn an der Kilbi zu Faszination, Verzauberung und musikalischen Entführungen in unbekannte Gebiete ein. Zwischen dem 2. und 4. Juni herrscht am Schiffenensee in Düdingen Ausnahmezustand.

Hier geht’s zum Bericht vom 2. Tag und 3. Tag

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Petrus hat es wohl nicht gut gemeint: Während der ganzen Woche lässt er es plätschern und donnern. Doch zum Start der 26. Kilbi zeigt er Erbarmen, während des ersten Kilbi-Abends regnet es kaum. Und wenn schon, als Schweizer kennt man sowieso kein schlechtes Wetter, höchstens schlechte Kleidung. Dementsprechend gut ausgerüstet macht man sich auf den Weg zur Kilbi. Vom Bahnhof aus pilgern die ersten Scharen in Richtung Provinz, oder wie man auf Senslerdeutsch sagt, «ids Gaggo usi». Schon hört man erste Klänge, die Vorfreude steigt und das Kilbifieber kommt auf.

Zwischen Faszination und musikalischem Wahnsinn

Das Festival am Schiffenensee bietet für die täglichen 2500 Besucher drei Bühnen, eine unvergleichliche Atmosphäre und musikalische Neuentdeckungen. Für die Kilbi gilt (oder jedenfalls für mich): Das Programm nicht allzu gross abchecken, lieber spontan vor die Bühne drängeln und sich überraschen lassen. Auch dieses Jahr hat es natürlich wieder geklappt und gefunkt.

(Foto: Facebook/Bad Bonn)

Ogoya & The Dodo Women’s Group (Foto: Facebook/Bad Bonn)

Ob man jetzt zum Stammestanz der Ogoya Nengo & The Dodo Women’s Group aus dem Herzen Afrikas mit blossem Gesang und Trommeln (Federschmuck inbegriffen) mitgroovt, sich vom repetitiven Minimalismus der japanischen Formation Boredoms in Trance verstetzen lässt oder zum Indie-Electronic von Julia Holter mitträumt, für alle ist etwas dabei.

Trockener Garagerock aus dem El Dorado State

Den Höhepunkt des Abends bilden der kalifornische Freak Ty Segall & The Muggers. Der musikalische und mutliinstrumentale Workaholic (10 Soloalben seit 2008 und u.a. Schlagzeuger bei Fuzz) bringt das Publikum zum Kochen. Mit seiner neuesten Platte Emotional Mugger präsentieren Ty und seine neuen Bandgefährten King Tuff und Mikal Cronin feinsten Garage und Psychedelic Rock, singen über ihr Lieblingsfrühstück Breakfast Eggs und die Meute tobt.

Segall and the Muggers (Foto: Patrick Principe/Bad Bonn)

Segall and the Muggers (Foto: Patrick Principe/Bad Bonn)

Heute begnügt sich Ty mit der Rolle als Sänger, teils mit Babymaske zu sehen, als wäre er ein harmloser Corey Taylor für Minderjährige (jedoch nicht weniger verstörend). Die Herren lassen über Stunde lang ihre unzähmbar verzerrten Instrumente sprechen und Köpfe mitwippen, bis auch sie sich für das Feierabendbier entscheiden.

Swing that Booty!

Nachdem die müden Beine sich ein wenig ausgeruht haben, ein Falafel den Hunger gestillt hat und sich das Gemüt vom Babyface-Ty erhholt hat, wird noch zu iNSANLAR’s türkischer Trance-Electro-wasweissichschon-Musik getanzt, bevor man sich zu guter Letzt in die Club Stage begibt, wo der alljährlich auflegende DJ Fett aus Berlin die Tanzbeine zum Schwingen bringt.

Auch der Freitag bietet Überraschungen: Die Supergroup Minor Victories, bestehend aus Bandmitgliedern von Mogwai, Editors und Slowdive geben pünktlich zum ersten Albumrelease der selbstbenannten Platte Minor Victories ein Konzert als Höhepunkt des Abends. Auf bald und «Hüübi Chüübi»!

Der Mann im Nebel: Pyrit (Foto: Facebook/Bad Bonn)

Der Mann im Nebel: Pyrit (Foto: Facebook/Bad Bonn)