Wer für den Sommer 2017 einen trashig-rotzigen Soundtrack sucht, der genauso zu Dosenbier auf dem schlammigen Festival-Gelände passt, wie auch zum sonnigen Strand-Trip der US-Küste entlang, dem legen Autonomics aus Portland mit «Debt Sounds» wahre Bretter voller Rohheit und Spielfreude ins Ohr.

Ob pralle Sonne am Sandstrand eines beliebigen Surfer-Mekkas in den USA, mit der Karre auf dem Weg quer durch Europas Festival-Landschaft oder einfach zu Hause unter Freunden mit Craft Beer und BBQ im Garten: Die richtige Mucke im Hintergrund macht’s aus. Beziehungsweise je ordentlicher der Soundtrack zum Sommer-Abenteuer, desto mehr sticht dieser in den Vordergrund.

Und bei Autonomics neuem Album Debt Sounds gilt es das Volumen merklich aufzudrehen, damit der Glanz und der gleichzeitige Rotz dieser Scheibe nicht einfach im Hintergrund versumpft. Mit ihrer charmanten Hau-Drauf-Lass-Machen-Ästhetik hauen die drei Freunde elf Songs raus, die jeden Kater am Morgen danach lohnenswert erscheinen lassen.

Auf dem zweiten Langspieler des Trios, welches 2008 als Band zusammengefunden hat, trifft Währschaftes auf Handgemachtes: Der Opener Spirit Blues lässt einem über eine Minute langsam ins Feeling der Rocker eintauchen, nur damit dem Hörer bei Track Nummer Zwei nicht gleich von Beginn an die Ohren wegfliegen. Bad Blood ersetzt jeden doppelten Espresso und vereint das beste aus Garage Rock, Trash Ästhetik und Surf Punk. Der Grundstein für einen Soundtrack zum Exzess ist gelegt.

Doch Achtung, Autonomics sind nicht einfach eine Party-Truppe welche willkürlich Riffs in die weite Welt hinaus schmettert. Mit Stücken wie Southern Funeral oder Brown Liquor zeigen die Amis ihr Händchen fürs Geschichten erzählen und ihre Spannweite, wenn sie nebst Punk und Trash auch Roots- und Blues-Elemente einbringen.

Klar, Songs wie die erste Single Supperfuzz dröhnen von Anfang bis Ende und laden zum betrunkenen Mitgröhlen ein, doch auch hier zeigen Autonomics, was man an musikalischer Wucht in nicht einmal drei Minuten packen kann.

Autonomics laden auf Debt Sounds zum Riff-Gewitter ein. Bild: Margaret Jacobsen

Mit ihrem am 17. März erscheinenden zweiten Album zeigen Frontmann Dan Pantenburg und seine beiden Bandkollegen, sowie gleichzeitig Zwillinge Evan (Drums) und Vaughn Leikam (Bass), dass es auch ohne Über-Produzenten im Studio und astronomischem Budget möglich ist, Musik aus dem Boden zu stampfen, welche durch ihre Ehrlichkeit und vor allem Ehrgeiz Releases anderer Grösse bei weitem übertrifft. Den Drei nimmt man die freche und verspielte Art ab, welche sich durch die Machart und den Klang ihrer Aufnahmen widerspiegelt. Explosives trifft da auf Aufrichtigkeit, Rocker-Attitüde auf Kumpeltum.

Dank dem Mix von Jeremy Sherrer (Gossip, Grandaddy, The Dandy Warhols) besteht „Debt Sounds“ aus bestechend klaren Sounds, bei denen keine der schrummenden Gitarren und wuchtigen Bass-Linien an Intensität verliert. Die Garage-Rocker schaffen es so ihre klangliche Herkunft zu wahren und doch nicht als schludriges Endprodukt daher zu kommen.

Für Autonomics ist diese Mischung von älteren Schmetterern, die nun endlich den Weg auf ein Album finden, sowie neuen Kompositionen der Ausgleich zu ihrem Leben in der normalen Arbeitswelt. Dort wo die drei Musiker mit viel Fleiss und Schweiss das Geld für ihre wahre Leidenschaft verdienen.

So ist auch klar, dass Sänger Dan Pantenburg und seine Kumpanen ihre Energie nicht nur auf eine Scheibe bannen, sondern Debt Sounds den Leuten auch quer durch die USA und Europa live um die Ohren schlagen wollen – Garage Punk Surfer Feeling und das eine oder andere Bierchen mit inbegriffen:

  • 29.3. Vario Bar | Olten (CH)
  • 30.3. Schüür | Luzern (CH)
  • 31.3. Gaskessel | Bern (CH)
  • 01.4. Chrämerhuus | Langenthal (CH)
  • 14.4. Mokka | Thun (CH)
  • 15.4. Nordportal | Baden (CH)

Debt Sounds

4
/5
17. März 2017

Release

Rola Records

Label

Tracklist

  1. Spirit Blues
  2. Bad Blood
  3. Southern Funeral
  4. Superfuzz
  5. Dead TV Star
  6. I Love You, Oprah Winfrey
  7. Brown Liquor
  8. Never Gonna Die
  9. She's Into Death
  10. Nada Surf Hotel
  11. The Worst Way