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Sommer, Sonne, Gigs! Für die Alternative Rock-Band aus Düdingen startete in den letzten Monaten ihre erste kleine Sommertour. Negative White hat die Newcomer Black Mount Rise auf ihren Konzerten quer durch die Schweiz begleitet.

Erbarmungslose Gitarrenriffs, ein powervolles Schlagzeug und hymnenähnliche Refrains. Melancholisch und doch mitreissend. Alter Bridges kleiner Bruder. So klingt Black Mount Rise. The Abyss. The Monument. The Journey. «Als stünde man vor einem Berg, einem Hindernis oder einer Aufgabe, welche es zu bewältigen gilt», erklärt Sänger Yannick Schmidt die Bedeutung des Bandnamens. Black Mount Rise symbolisiert diese musikalische Odyssee.

 

I stand alone
Again I walk alone
I walk here all alone into the real.Entnommen aus «I Stand Alone»

Die erste Scheibe Curtains Falling hat eine lange Reise hinter sich. Aufgenommen im Herbst 2014 in Hamburg und erschienen im Februar 2016. Gut Ding will Weile haben, das Produkt lässt sich durchaus sehen. Ein tolles Artwork und aufwändige Videos – wie etwa Lucid Dream – begleiten die Scheibe. Kurz nach der Veröffentlichung folgten einige Konzerte. Highlight hierbei bleibt sicherlich der Auftritt im Z7 als Vorband für die Wiedervereinigung von Shakra und Mark Fox.

Black-Mount-Rise_Curtains-Falling

Die Band

Die Band besteht aus zwei Freiburgern. Sänger und Songwriter Yannick Schmidt und Trommler Tobias Schaller besetzen ihren Proberaum in Düdingen. Zusätzlich kommen zwei Musiker aus dem Ausland hinzu, nämlich Lead-Gitarrist Micki Richter (Stone The Crow, Eyes of Solace) aus Deutschland und dem gebürtigen Niederländer Bassisten Alex Jansen (Mennen, Scorpions, Big Balls uvm.).

Black-Mount-Rise

Aber wie probt man da? «Glücklicherweise sind das Profis», erklärt Yannick Schmidt, «da sind nur wenige Proben nötig.» Geprobt wird in erster Linie vor den Konzerten. Man merkt auch live, dass die Bandmitglieder schon einiges an Bühnenerfahrung in petto haben. Dies zeigt sich besonders in ihrer direkten und umgänglichen Art auf der Rampe. Gig ist Gig, spielt man jetzt vor fünf Leuten oder fünfhundert. Keiner bleibt still.

Gossau, Erlach und Grenchen. Zwei Festivals und ein Marktplatz. Von Düdingen aus weite Wege. Und von Deutschland erst recht.

Gossau – do you feel the rain?

Rock On! Gossau. Am anderen Ende der Schweiz. Pechschwarze Wolken à la Weltuntergangsstimmung. Das kleine Festival bietet Bier und Hard Rock als Hauptspeise. Nebst Black Mount Rise stehen noch Pink Cream 69 und Axxis auf dem Programm.

Am frühen Donnerstagabend finden sich erste neugierige Festivalbesucher ein und während diese Ess- und Bierstände stürmen, erobern BMR als erste Band des Abends die Bühne. Das Bier kann man jetzt nicht mehr in Ruhe geniessen, da Körper und Geist den Kopf zum Mitwippen zwingen. Und puncto bei der Ballade Apart & Astray beginnen beim Chorus «Do you feel the rain?» erste Regentropfen auf die Zuschauer zu prasseln. Diese Ballade wurde im Studio als Duett mit Anette Olzon (ehemals Nightwish) eingesungen und live übernimmt Yannick Schmidt beide Singparts. Trotz strömenden Regenfällen fiel der erste Festivalauftritt nicht ins Wasser und die Newcomer wussten die Besucher positiv zu überraschen.

Drummer Tobias Schaller beim Auftritt in Gossau (Foto: zvg)

Drummer Tobias Schaller beim Auftritt in Gossau (Foto: zvg)

Rock am Märetplatz

Nebst einer 80er-Coverband, Rockabillys, den Bluesrockern Dögz und vielen mehr, findet sich in dieser bunten Truppe auch erbarmungsloser Alternative Rock «vo Fryburg». Der Platz ist rappelvoll und diesmal spielt auch Petrus mit. Er empfiehlt: Sonnenbrille und Wurst.

Erneut wird es laut, die Riffs sitzen sattelfest und von Zärtlichkeit am Schlagzeug hat Tobias Schaller wohl noch nichts gehört. Die Band hat Freude auf der Bühne und das macht sich deutlich bemerkbar. Mit im Gepäck ist auch ein neuer Song – Solitary Walk.

Schmidi und Richter am Rock am Märetplatz (Foto: zvg)

Schmidt (r.) und Richter am Rock am Märetplatz (Foto: zvg)

Wie schreibt man eigentlich Songs, wenn die Hälfte der Musiker in Deutschland wohnt? «Wir schicken uns fortlaufend neue Songideen und Riffs einfach gegenseitig übers Netz zu», erklärt Schmidt. «Effektiv in der Bandformation wird das neue Material dann bei den Proben vor den Gigs gespielt». Und es passt. Und groovt.

Lakeland-Festival in Erlach

Das neue Festival in der Schweizer Open-Air Szene bietet eine atemberaubende Kulisse am Bielersee. Auf einer öffentlichen Bühne vor dem Eingang finden sich viele Zuschauer, «…und das Tolle ist, dass sie geblieben sind», schmunzelt Schmidt. Von der Band haben wohl die wenigsten je etwas gehört, doch es sei auf jeden Fall ein gutes Zeichen, dass kaum jemand den Gig vorzeitig verlassen hat. Und das von einem Publikum, welches am selben Abend noch die Auftritte von Gölä, Philip Frankhauser und der Blues Brothers Band mitverfolgen durfte. Ein tolles Festival mit einer grossartigen Stimmung.

Alex Jansen In Erlach (Foto: zvg)

Alex Jansen In Erlach (Foto: zvg)

In (nicht so) ferner Zukunft

Dass an neuem Material gearbeitet wird, hört man natürlich gerne. Eine erste Kostprobe gibt es mit Solitary Walk nun live auch schon zu sehen. Für die Band stehen nun auch im Herbst einige Konzerte an. Dabei gilt: Unbedingt hingehen und geniessen, gut investiertes Geld für gute Rockmusik.

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