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Im Anschluss an das exklusive Akustik-Konzert im Vans Store in Zürich stand uns Mario von Blackout Problems in der Safari Bar Rede und Antwort.

Wie kommt man auf die Idee, vor drei Konzerten in der Schweiz noch kurzerhand einen Acoustic-Gig auf die Beine zu stellen?

Mario: Das war so halb unsere Idee, halb die von Brownsville Records (CH-Promoter der Band). Wir möchten unsere Präsenz hier erweitern und sie haben uns diesen Gig vorgeschlagen.
Und wir wollen Gas geben… Deshalb sind wir um jede Möglichkeit zu spielen froh.

Ihr spielt gleich drei Konzerte in der Schweiz. Wie kam’s dazu? Habt ihr eine so grosse Fanbase hier?

Blackout Problems. Bild: Sacha Saxer

Wir wollen uns die Fanbase aufbauen. Und wir waren noch nie in Buchs oder Lyss. Wir sind aber gerne in der Schweiz. Letztes Jahr waren wir im Café Mokka in Thun. Leider ist MC Anliker wenige Wochen später verstorben. Wir hätten nie so’n Lokal in Thun erwartet und erst recht nicht so eine Persönlichkeit wie MC Anliker.

 

 

Kennt ihr eigentlich die Bands, die euch in der Schweiz supporten?

Wir haben uns alle angehört, kennen aber nur So Wasted persönlich. Für uns ist vor allem wichtig, dass ihre Einstellung der unseren entspricht. Mit einer Freiwild-Coverband könnten wir jetzt nicht auf Tour gehen.
Wir würden also lieber mit einer Hip-Hop-Band, die unsere Werte vertritt, auf Tour gehen, als mit einer Rockband, die komplett gegen uns spielt.

Sucht ihr euch die Support-Acts selber aus, oder werden die vom Veranstalter gestellt?

In Deutschland können wir uns mittlerweile die Bands selber aussuchen. Kid Dad finden wir ganz cool. Aber es bringt ja nix, wenn wir die wohin bringen, wo sie noch absolut gar niemand kennt. Darum haben wir nur einen fixen Tour-Support, wo es auch Sinn ergibt. In Wien haben wir übrigens Famp dabei.

(Die Band hätten sie auch gerne in die Schweiz mitbringen dürfen, die macht echt Spass.)

Bild: Sacha Saxer

Das ist ja jetzt schon eure zweite Tour zum Album Holy. Juckt’s euch da nicht langsam unter den Fingern, was Neues zu schreiben?

Doch! Nach der zweiten Tour – wir haben 2016 um die 90 Konzerte gespielt – machen wir eine kurze Pause. Wir wissen noch nicht, wohin es musikalisch gehen wird. Für uns gibt es nur eine Prämisse: Das Album muss ehrlich sein.

 

Letztes Jahr ward ihr «ziemlich» viel unterwegs. Kriegt man da nicht mal den «Sprinter»-Koller?

Es kann echt schwierig werden. Aber das gehört zum Job. Sonst hätten wir ja auch was anders machen können.

Apropos Sprinter: Habt ihr schon Bekanntschaft mit der Schweizer Polizei gemacht?

Ich will jetzt nix verschreien, aber die Schweizer Polizei war bis jetzt so nett zu uns. (Notiz an die Schweizer Polizei: Die vier Jungs in dem Sprinter mit den dunklen Scheiben haben nix mit Drogen am Hut, führen keine Waffen mit und allfälliges Übergewicht stammt von Fairtrade-Merchandise, mit dem sie sich einen Lebensunterhalt zu verdienen versuchen. Bitte etwas Nachsicht.)

Wenn wir schon beim Touren sind. Auf Touren passieren immer die witzigsten Dinge. Was ist das peinlichste, das euch je auf Tour passiert ist?

Bild: Sacha Saxer

Mario denkt nach…


Eigentlich hält sich das in Grenzen. (Und gewisse Dinge dürften die Band nie verlassen…)
Manche Dinge passieren, damit muss man klar kommen. Aber wirklich was Peinliches… bis jetzt noch nicht.

 

 

Ihr seid ja alle Vegetarier. Gibt es da beim Essen noch Probleme?

Also der Mo (Moritz) isst Fleisch, der ist da etwas aussen vor. Aber manchmal kann das schon schwierig sein. Wir hatten da mal ne Köchin, die meinte, dass der Schinken in den Semmelknödeln ja ganz klein geschnitten sei und dachte echt, das sei deshalb in Ordnung.

Ihr habt letztes Jahr sehr viele Festivals gespielt. Was macht euch persönlich mehr Spass: Clubshows, bei denen ihr wisst, dass die Leute wegen euch kommen, oder Festival, wo ihr die Chance habt, Leute zu erreichen, die sonst nie zu euch gekommen wären?

Bei Clubshows hast du halt dieses krasse Feuer in der Luft. Die Stimmung ist extrem gut. Wir peitschen die Leuten an, die Leute peitschen uns an. Es schaukelt sich einfach in ungeahnte Höhen,
Bei Festivals können wir einfach alles bringen, es gibt eine Erwartungshaltung. Entsprechend können wir mit dem Überraschungseffekt spielen.
Wichtig ist für uns eigentlich nur, dass wir jetzt Bock zu spielen haben.

Mit Home und Follow Me habt ihr auch Titel, die leider nach wie vor brandaktuell sind. Der Videoclip zu Follow Me ist wirklich eindrücklich. Auch wenn ihr euch nicht als politische Band seht: Seht ihr euch als Künstler in der Pflicht, nochmals auf diese Missstände hinzuweisen?

Bild: Sacha Saxer

Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke, wir haben eine gewisse Verantwortung. Wenn einem Leute zuhören, sollte man eine Nachricht haben. Für uns beginnt das schon beim Songwriting.
Darüber hinaus stellt sich die Frage: «Was ist privat, was ist politisch?»

 

 

Denkt ihr manchmal darüber nach, einen Song auf Deutsch zu schreiben, weil ihr dann die Message deutlicher rüberbringen könntet?

Eigentlich nicht. Wenn es sich jetzt von künstlerischer Seite anbieten würde, klar, wieso nicht. Aber wir denken, dass unsere Hörer unsere Texte auch auf Englisch verstehen.

Wie hat sich das Bandgefüge verändert, seit Moritz fix dabei ist?

Eigentlich war Moritz schon zwei Jahre dabei. Er war damals Mercher und Backliner. Irgendwann wurde uns klar, dass wir eine zweite Gitarre für unseren Sound brauchten. Für uns war es absolut klar, dass dies Moritz sein sollte.
Dadurch haben wir jetzt eine Gitarre- und eine Gesangstimme mehr. Klar gibt das mehr her. Was, das hört ihr dann auf der nächsten Scheibe.
Das nächste Album wird wieder in einem Stück aufgenommen, um den Live-Charakter beizubehalten.

Was macht ihr, wenn ihr nicht Musik macht?

Wir arbeiten alle ganz normal nebenbei.

Zum Abschluss noch nen Querschläger: Wenn du für einen Tag eine Frau sein dürftest, was würdest du tun?

Da ich ein grosser Fan von Frauenstimmen in Bands bin, würde ich sofort etwas aufnehmen wollen, um zu hören, wie es klingt. Eine Kollaboration mit einer Frauenstimme fände ich auch sehr interessant. Mockemalör aus Berlin wäre super.