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Oscar & The Wolf machen Musik, die so klingt, wie ihr Name: nach einer dunklen Nacht in einem Wald, durch dessen Baumwipfel silbernes Mondlicht sickert, und nach traurigen einsamen Seelen, die sich nicht beklagen, sondern alles irgendwie in Ordnung finden, so, wie es ist.

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„Ansonsten tanzt er gedankenverloren mit dem Kabel seines Mikrofons.“ (Foto: zvg)

Fast ein bisschen selbstironisch sieht es aus, als Cathedral 77, ein nerdiger Normalo, die Gitarre in die Hand nimmt, kamen doch die Töne doch bis anhin auf wundersame Weise direkt aus seinem MacBook. Doch man muss fair sein: Cathedral drückte selbst die Knöpfe und schlecht klang es keineswegs, was dabei herauskam. Und die Bescheidenheit, mit der er die insgesamt gut drei Worte, die er auf der Bühne von sich gab, unterstrich, machte ihn wirklich sympathisch. Alleine meisterte der junge Musiker souverän die schwierige Aufgabe, die ein Support Act auf sich zu nehmen hat.

Wolfsrudel in Kapuzenjacken

Oscar & The Wolf sind immerhin zu viert. Schon beim ersten Stück erschüttern wummernde Bässe das Exil, und man spürt, wie sich die Lungen zusammenziehen, und man schluckt. So muss Musik. Überirdische Klänge, ein bisschen wie Of Monsters And Men, aber beeindruckender, tiefgreifender. Einschlägige Melodien kommen von weiss nicht wo her, das Ganze scheint nicht ganz fassbar, und das ist offensichtlich das Konzept der jungen Belgier: Hört uns zu und denkt nicht zuviel nach, der Rest kommt von alleine. Sänger Max Colombie lächelt ab und zu freundlich ins Publikum und verschenkt ein paar Komplimente, ansonsten tanzt er gedankenverloren mit dem Kabel seines Mikrofons, die Kapuze stets oben, warum auch immer.

Lorde und Justin Timberlake

„They sound like the dirty lovechild of Justin Timberlake and Lorde“, heisst es in einem belgischen Musikblog; dirty sind sie allemal, auch wenn sie noch so unschuldig und freundlich aussehen; Undress ist der Name eines ihrer bekannteren Stücke, und die Leute verstehen auch sehr wohl, worum es geht. Aber das ist nicht alles; Oscar and the Wolf sind vor allem sehr verträumt. Repetitive Elemente und langgezogene Akkorde verstärken dieses Gefühl. Der Titel ihres Debüt-Albums ist Entity, ein simples Wort, das genau so undefinierbar ist wie das Gefühl, das die Musik in einem auslöst. Kurzweilig und zum Nachdenken anregend, aber auch einfach endlos, simpel, für einige Minuten oder die ganze Vollmondnacht: „Run for the infinity / We’ll never return and be free“ (Princes).