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Jedes Jahr erscheint eine gigantische Menge Musik. Redaktionsleiter Janosch Tröhler empfiehlt dir hier fünf «artists to watch» für 2017.

 

Prinze George

Bild: zvg

Prinze George. Bild: zvg

Kenny Grimm, Naomi Almquist und Isabelle De Leon bilden zusammen das Trio Prinze George. Die aus Brooklyn stammende Band hat mich bereits bei der ersten Begegnung mit der Single Wait Up im September in ihren Bann gezogen.

Ihr Album Illiterate Synth Pop ist ein Konglomerat aus verträumten Synthie-Welten und hypnotischen Beats. Die Stimme von Naomi Almquist variiert von provokant (Kisses), nachdenklich (Freeze) bis verträumt (Angels). Dabei arbeiten Prinze George mit packender Präzision und Raffinesse echt komplexe Soundkonstrukte aus, die durchaus sperrig sein und anecken können.

Prinze George beweisen, dass elektronische Musik nicht bloss stupides «Bummbumm» sein muss, um ein Publikum zu finden.

 

Zeal & Ardor

Bild: zvg

Manuel Gagneux alias Zeal & Ardor. Bild: zvg

Hinter Zeal & Ardor steckt der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger Manuel Gagneux. Mit dem Album Devil Is Fine hat er ein Werk geschaffen, das nicht nur die Kritiker vom «Rolling Stone Magazine» bis zur «BBC» begeistert, sondern auch dem Klischee «Genregrenzen sprengen» eine neue Dimension verleiht.

Angefangen hat es auf der Internet-Plattform «4chan», wo unvereinbare Stilrichtungen diskutiert wurden. Dann fiel die Kombination «Black Music» und «Black Metal», worauf sich Gagneux dacht: Wieso eigentlich nicht?

Und ja, die Synthese dieser beiden Genres scheint zuerst eine Unmöglichkeit. Doch Devil Is Fine ist ein Gegenbeweis, der überzeugender nicht sein könnte. Nächstes Jahr spielt Zeal & Ardor in ausgewählten Clubs in ganze Europa, auch in der Schweiz:

  • 14.04.2017, Czar Fest, Basel
  • 04.05.2017, Usine, Genf

 

Adna

Bild: Roman Gaigg

Adna Kadic. Bild: Roman Gaigg

Sanfte Musik ist eine tödliche Waffe. Das war mein Fazit zum Album Run, Lucifer der in Berlin lebenden Adna. Das 2015 erschiene Werk gehörte zu den besten Scheiben des Jahres. Die Auftritte der Musikerin mit bosnischen Wurzeln werden zu emotionalen Andachten, in denen es so still wird, dass man es beinahe hören kann, wie sich die Nackenhaare im Publikum aufstellen – so eindringlich und kraftvoll singt die junge Künstlerin.

Im März 2017 erscheint ihr neues Album Closure. Doch bereits diesen Oktober hat Adna mit Overthinking eine neue, treibende Single veröffentlicht. Die Anhängerschaft wächst konstant: 2016 haben 2.9 Millionen Spotify-Nutzer ihre Musik gehört.

Dass sie nicht nur in den Studio-Versionen kann, sondern gerade auch auf der Bühne eine überraschende Wucht ist, hat Adna auch mit Smoke beweisen. Auf der EP spielt sie ihre bekanntesten Songs live. Im Frühjahr kommt Adna erneut in die Schweiz – für eine ganze Woche.

 

Manolo Panic

Bild: zvg

Manolo Panic. Bild: zvg

Seit Jahren sind Manolo Panic nun unterwegs. Die Zürcher Oberländer haben Hochs und Tiefs hinter sich wie jede gute Rockband. Die neuste Single Drive der EP KYLDL ist der Startschuss für ein 2017 mit Vollgas. An den Konzerten überzeugen sie mit Spielfreude und Nachdruck.

Mit Chinchilla haben sie für nächstes Jahr auch ein Album als Ass im Ärmel. Konzertbesucher konnten sich schon vom einen oder anderen Song überzeugen lassen, etwa dem frechen Mary Ann. Auf Chinchilla klingt die vierköpfige Band zuversichtlicher und selbstsicherer denn je. Als sei es das Leichteste der Welt, kombinieren sie Jugendlichkeit mit klassischem Rock, hippem Indie und gar Post-Punk-Einschlägen.

 

Lea Porcelain

Bild: zvg

Lea Porcelain. Bild: zvg

In London eine Show auszuverkaufen, ist eine Glanzleistung – egal wie klein der Club sein mag. Lea Porcelain haben das mit ihrer düsteren Atmosphäre geschafft. Das Duo klingt, als seien die Hochzeiten des Post Punks zurück: Julien Bracht und Markus Nikolaus sind die geistigen Kinder der Generation Joy Division.

Nein, Lea Porcelain sind kein UK-Export, sondern stammen überraschenderweise aus Frankfurt am Main. Die EP Out Is In sorgte international für wahre Euphorie. Man ist sich einig: Hier kommt etwas ganz Grosses.

Die Intensität in Warsaw Street, das Leiden und die Dringlichkeit in der Stimme unterstreichen diese Einschätzung nochmals. Die neuste Single Similar Familiar steht der dunklen Ästhetik in nichts nach. Hier schraubt sich das Arrangement stur in den Abgrund.

 

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