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Bordeaux Lip, eine Jungspund-Band aus St. Gallen, haben kürzlich ihre erste EP veröffentlicht. Nach konzentriertem Anhören war klar: Ein Gespräch muss her. So wie die Musik sich anhört, muss etwas Spannendes dahinter stecken.

Compliments, Komplimente, sind etwas Schönes. Jeder hört sie gerne. Bei der EP von Bordeaux Lip ist dies nicht anders, man hört es gerne. Vier Lieder umfasst die erste Veröffentlichung der Band. Drei davon sind gelungen. Doch beginnen wir von vorne. Mit Sappy beginnt die EP. Eine schwingenden Gitarrenhand, präzise Basslinie und ein knackiger Bassdrum-Beat. Später erklingt dazu ein Synthesizer. Ganz typischer Indie? Eben nicht, denn gerade nachdem man sich an die Melodie gewöhnt hat, kommt ein Unterbruch. Ein Unterbruch in der Melodie. Und der Unterbruch zieht sich durch das Album.

Als zweites Lied ist ein Yardbirds-Cover auf der EP: For Your Love. Es ist eine scheue Annäherung an das Original. Man hört Bordeaux Lip, nicht die Yardbirds. Vom Aufbau und Hörerlebnis fällt es nicht sonderlich auf, hier hat es keinen grossen Unterbruch. Viel Hall im Refrain, immer wieder ploppt der Synthie auf.

Und dann der grosse Unterbruch: Gerade noch geht das Ohr im Coversong auf und dann… Eine computergenerierte Stimme liest ein Gedicht von Daryl Hine vor. Das Lied ist nicht Musik im klassischen Sinne, es überrascht und verwirrt. Es drängt sich die Frage auf, warum das Lied Interlude auf die EP packen? Neil Nein erklärt sich im Interview.

Als letztes kommt Loreley. Das Lied heisst gleich wie ein Schieferfelsen in Deutschland. Hier kommt der typische Bordaux Lip-Klang wieder zum Vorschein. Die Musik ist laut, der Sänger Neil Nein schreit öfters und Hall ist im Überfluss zu finden. Ihre Musik ist eine wilde Mischung zwischen elektronischem Indie mit leichten Post-Punk-Einflüssen.

Nach dem Hören bleib zu Dreivierteln ein guter Eindruck übrig. Aber warum nur drei Musikstücke und eine experimentelles Stück? Es wirkt, als wäre auf Compliments noch nicht das Maximum herausgeholt worden.

Und siehe da: Die im Frühjahr 2015 erscheinende EP Arguments mit fünf Liedern. Die Songs wirken allesamt besser und ausgereifter. So als wäre die Band ihrem Sound einen Schritt näher gekommen. Aber auch auf Arguments hats eine Interlude. Und wieder einen Unterbruch. Diese Band will nicht nur gefallen!