Mit einem speziellen Bühnenprojekt kehrt Anne Clark zurück an die Öffentlichkeit und gastiert gleich drei Abende im Zürcher Jugendhaus Dynamo. Die Erwartungen an die Pionierin des „Spoken Word“ sind dementsprechend hoch.

Bekannt wurde die Engländerin in 1980er-Jahre, wo sie ihre ganz eigene musikalische Ausdrucksform entwickelte und damit beachtliche Erfolge feierte. Im sogenannten Spoken Word trug Clark ihre Botschaften mehr wie eine Rede vor, statt sie zu singen. Unterlegt wurden die Worte mit teils treibenden und sehr tanzbaren Synthesizer-Flächen. So entstanden Hits wie Sleeper in Metropolis oder Our Darkness, die noch heute in den Clubs gespielt werden. Wie keine zweite Künstlerin verpackte sie die depressive und hoffnungslose Endzeitstimmung abseits der Discomanie in ein avantgardistisches Kleid, das nicht nur in den düsteren Gothic-Gefilden Anklang fand. Denn ihre Texte sind eben so spielend wie tiefgründig: „love is just a paradox/ he loves me/ he loves me not„, sinniert sie in True Love Tales. Dass auch unglaublich bedrückende Atmosphären in Clarks Songs vorherrschen können, überrascht nicht. Bestes Beispiel ist The Sitting Room, ein Track, der so schlicht arrangiert und dennoch eine so abgründige Tiefe besitzt.
Nun kehrt die Britin nach Zürich zurück und hat nicht nur ihren langjährigen Pianisten Murat Parlak im Schlepptau, sondern wird auch vom Kollektiv LordMasters begleitet, das die Songs mit einer Tanzchoreographie ausschmückt. Wer jetzt an ein hampeliges Popkonzert denkt, ist definitiv auf dem Holzweg. Angesichts der spannenden und vielseitigen Vergangenheit der Küstlerin darf auch das neue Konzept mit grossem Interesse verfolgt werden. Gelegenheit Anne Clark live zu sehen hat man gleich an drei Tagen: vom 11. bis 13. Mai gastiert das spezielle Projekt in Zürich. Ein kulturelles Erlebnis, das sich nicht alle Tage anbietet und deshalb auch nicht verpasst werden will!

Weitere Informationen zur Veranstaltung:

dynamo.ch

Bild: zVg