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Wenn Häuser abgerissen werden, sollten sie eine letzte Ehrung erhalten. Niemand macht das besser, als Nikkol Rot und Jenja Roman Doerig von der »Sollbruchstelle». Das Projekt haucht der dritten Ausgabe von «Kunst am sterbenden Bau» dem Werd-Areal in Zürich Wiedikon ein letztes Mal Leben ein, bevor es für immer verschwindet.

Chrissy Angliker im Rahmen der Sollbruchstelle (Foto: )

Chrissy Angliker im Rahmen der Sollbruchstelle (Foto: zvg)

Glücklicherweise vergessen wir oft, dass wir im nächsten Moment sterben könnten. Denn eine Sollbruchstelle, also eine Stelle, die zum Brechen bestimmt ist, gibt es unter anderem bei der Schokolade, bei Notausstiegsfenstern oder eben bei uns Menschen. Der Tod, als Teil vom Leben, betrifft neben uns, auch Erinnerungen, Gefühle, Momente, Pläne, Vorstellungen, Ideale oder eben: Gebäude. Alles zieht Veränderungen nach sich. Gibt es etwas, das bleibt? Ja, es ist eine Erfahrung, die in Zürich Wiedikon in den nächsten zwei Wochen gelebt werden kann. Das Konzept des Kunstprojekts ist schnell erklärt: zum Abriss bestimmte Gebäude werden von Künstlerinnen und Künstlern als kreativen Raum genutzt, worauf ausgestellt wird und worauf alles abgerissen wird.

Nach zwei erfolgreichen Projekten an der Löwenstrasse in Zürich, der Seestrasse in Zollikon, kümmern sich Nikkol Rot und Jenja Roman Doerig um die Werdstrasse 126 im Wiedikon. Dort verabschiedet die Sollbruchstelle das ehemaliges Garagen- und Autospritzwerk-Areal von Tiziano Boffa und Max Zimmermann. «Es ist nicht leicht, diesen Ort zu verlassen, aber ich sehe es auch als einen Neuanfang», fasst Max Zimmermann zusammen. Damit ist er ganz vereint mit der Philosophie der Sollbruchstelle: Abbruch heisst immer auch Aufbruch.

Roman Jenja Doerig ist diesmal auch als Künstler dabei (Foto: )

Roman Jenja Doerig ist diesmal auch als Künstler dabei (Foto: zvg)

Dieses Jahr ist Roman Jenja Doerig auch auf der Künstlerseite mit von der Partie. In seiner Installation befasste er sich mit der Vorherrschaft christlicher Moralvorstellungen, die in unserer Gesellschaft spürbar ist.

Des weiteren sind Kunstwerke von Chrissy Angliker, Jürg Egli, Monika Fink, Fassino & Lobeck, Hans Knuchel, Christoph Rütimann, Roth & Okle zu sehen. Alle Künstlerinnen und Künstler wurden im Vorfeld interviewt. Hier geht’s zu den Videos. Die im Gebäude entstandene Kunst wird nicht verkauft, sondern mitsamt dem Gebäude abgerissen. Die ganze Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet. Es gibt Konzerte, Lesungen, Film, sowie Food und Drinks.

Come and conquer, before it dies!

Nikkol Rot Sollbruchstelle

Nikkol Rot (Foto: zvg)

 

Sollbruchstelle Projekt 03 – «KUNST AM STERBENDEN BAU»

Vernissage
15. April 2015 | 17 – 22 Uhr

Ausstellung
16. – 18. April 2015 | 17 – 22 Uhr
19. April 2015 | 14 – 19 Uhr
22. – 25. April 2015 | 17 – 22 Uhr
26. April 2015 | 14 – 19 Uhr