Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Es war das Motto des Abends am 1. Dezember im Dynamo. Persephone und Diary of Dreams warteten im grossen Saal mit einer akustischen Show auf und versuchten damit, die sitzenden Zuhörer zu beeindrucken.

Diary of Dreams sorgten für wunderbare Stimmung im Dynamo (Sacha Saxer)

Diary of Dreams sorgten für wunderbare Stimmung im Dynamo (Foto: Sacha Saxer)

Dies gelang den einen mehr, den anderen weniger. Persephone, die den Abend begann, schaffte es nicht, mich zu beeindrucken, und auch von anderen Zuhörern bekam ich ähnliche Rückmeldungen. Ihre Show war, egal welches Lied die wirklich grossartigen Musiker um Persephone herum anspielten, völlig überzogen, überdreht und sorge so manches Mal – eher unabsichtlich – für Lacher. Mit der bei manchem Lied verzerrten Stimme und der “humorvollen” Show versuchte sie wohl, ihre Musik in Richtung Cabaret zu ziehen, endete schlussendlich aber eher in einer Freakshow.
Stimmlich hat Sonja Kraushofer, der rothaarige Kopf hinter Persephone, einiges zu bieten, was sie meiner Meinung nach mit L’Âme Immortelle, ihrer hauptsächlichen Band, viel deutlicher zeigt. Bei dieser Akustikshow sang sie uns, trotz ihrer Stimmgewalt, eher in den Schlaf.

Diary of Dreams bildete in dieser Hinsicht jedoch ein deutliches Kontrastprogramm. Mit weniger klassischen Instrumenten und mehr elektronischen wie zum Beispiel dem elektrischen Kontrabass gelang es ihnen, eine grandiose Atmosphäre zu schaffen. Es war von Beginn an deutlich zu spüren, dass der Grossteil des Publikums nicht wegen Persephone, sondern wegen Diary of Dream kam, welche in Begleitung von Torben, dem Leadsänger von Diorama, auftraten. Sie zogen das Publikum nicht nur aufgrund ihrer Musik in den Bann, sondern auch mit ihrer Art, die Zeit zwischen den Liedern zu gestalten. Der Gitarrist musste häufig sein Instrument wechseln, weshalb es häufiger zu Unterbrüchen kam, in denen sie stets miteinander und mit dem Publikum scherzten. Ein Beispiel dafür ist der Spruch “An die Arbeit!”, der von Torben durch das Mikrophon geflüstert wurde, als die Musiker sich gerade sammelten um das nächste Lied zu spielen. Nicht nur das Publikum musste schmunzeln und lachen, sondern auch Adrian, der Sänger. Man sah ihm richtig an, wie seine Lippen anfingen zu zucken, bis er sich schliesslich nicht mehr zurückhalten konnte und in Lachen ausbrach.
Diese kleinen, humorvollen Momente lockerten das Publikum, für das es schwer war in ihren Stühlen sitzend richtig Stimmung aufzubauen, unheimlich auf. Es sorgte auch dafür, dass wir uns den Musikern, die auf der Bühne hervorragende Arbeit leisteten, näher fühlten, was bei einem Konzert in solchem eher kleineren Rahmen mit schätzungsweise 300 Besuchern (keine offiziellen Zahlen) unglaublich wichtig ist.
Nicht nur mit diesen Momenten zwischen den Liedern sorgten die Musiker für Stimmung, sondern natürlich auch mit ihrer Musik selber. Meiner Meinung nach gab es an dem Abend drei ganz klare Höhepunkte. Eines war Amok, gefolgt von Traumtänzer, bis zu meinem absoluten Favorit des Konzerts Rumors About Angels. Das Lied geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf, womit Diary of Dreams wohl das geschafft haben, was sich jede Band bei einem Konzert wünscht: sie bleiben beim Publikum (positiv!) in Erinnerung.

Zum Schluss möchte ich jedoch noch auf eine Sache hinweisen, die mir von Seitens der Veranstalter nicht zugesagt hat: Während des ganzen Konzerts durfte fotografiert werden. Meiner Meinung gehört sich dies für ein akustisches Konzert nicht, was sich an dem Abend abermals verdeutlichte. Die Klicks der Kameras waren deutlich quer durch den Raum zu hören. Dies hinderte einige Fotografen jedoch nicht daran, sogar Fotos in Serie zu schiessen oder den Blitz einzusetzen. Liebe Fotografen, ihr zahlt im Normalfall nichts für das Konzert, also bitte habt soviel Respekt vor dem zahlenden Publikum und der Band und haltet euch zumindest nach den ersten drei Liedern zurück!

(Der Fotograf von Negative White hörte im Übrigen nach drei Liedern auf zu fotografieren.)