Viel bejubelt wurden sie, die Jungs der vielversprechenden Newcomer-Band Alvin Zealot. Beinahe zerbrach das Vierergespann am Erfolg des Debüts «Tears Of St. Lawrence». Doch sie konnten sich zusammenraufen und haben mit «Flux» einen zeitlosen Nachfolger veröffentlicht.

jt. Benjamin, Kim, Jeremy und Nick hatten Grosses vor Augen, doch kein wirkliches Ziel. Den Druck nach der Begeisterung, die ihnen nach dem ersten Album entgegensprang, legten sie sich selber auf. Und waren somit kurz vorm Ertrinken.
Im Frühjahr 2012 sollte es sich entscheiden. Das junge Quartett fand endlich den Rettungsring, der sie auf eine üppige Insel der Kreativität führte. Sie schrieben an die dreissig Songs, zehn sind auf Flux zu finden.

«flux, n.

The natural state. Our moods change. Our lives change. Our feelings for each other change. Our bearings change. The song changes. The air changes. The temperature of the shower changes.
Accept this. We must accept this.»

– David Levithan – «The Lover’s Dictionary»

Die schwere Vergangenheit ist Flux unmissverständlich anzuhören. Das Album ist so sphärisch und fliessend wie psychedelisch und zeitlos. Alvin Zelot haben ihren Songs keine festgeschriebenen Grenzen gesetzt. So mäandern die Melodien ausufernd durch die neblige Landschaft. Zweifel scheinen stets mitzuschweben, doch die Umkehr wird mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit ausser Acht gelassen. Sick Bedroom ist ein Song voller Unsicherheiten, Melancholie, Verzweiflung und doch dringt die Botschaft direkt ins Herz. Ein Stück, das es mit der Atmosphäre von Velvet Undergrounds Heroin aufnehmen kann, bloss dass Alvin Zealot diese gewisse, bedrückende Note besser heraus destilliert haben.
Circus stellt der Band ein hervorragendes Zeugnis in Sachen Rock aus. Der markante Einstieg in den Song geht durch Mark und Bein, während die hallende Stimme von Benjamin die Ursprünge des Sounds in den progressiven 70ern nicht verleugnet. Auch Mention Dimension trumpft mit prägnantem Gitarrenspiel auf, um sich später in einen unaufhaltsamen Rausch zu steigern.
Mit sehnsüchtiger Langsamkeit und einer dezenten Instrumentalisierung, die sich zu einem orchestralen, aber doch zurückhaltenden Klangteppich hochwiegt, besticht Rigid Wall als zeitlose Ballade. Der Song schleicht sich heimlich unter die Haut und hält sich dort mit dem raffinierten «Uh»-Chorus, der so geschickt mit den anderen Instrumenten verwoben ist, dass er nicht mehr auffällt.

«I cannot believe I know her/ and I feel I’ve got her in myself to/ save my soul/ I need a sign»

Mit Flux haben sich Alvin Zealot selbst einen ersten Wegweiser gesteckt. Sie definieren sich einen undefinierbaren Sound, eine Fusion von Vergangenheit und Zukunft – mit viel Sprengkraft für jegliche Genre-Grenzen. Die Band beweist Einzigartigkeit, ohne dass diese ausdrücklich erwünscht scheint.

Release: 21. September 2012
Label: Goldon Records

Line-Up: Benjamin (Stimme, Gitarre), Jeremy (Gitarre), Nick (Bass), Kim (Schlagzeug)