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Trotz des hitzewütigen Sommerwetters strömten am Dienstagabend massenweise Zuschauer ins Komplex 457. Die Bude war ausverkauft und welch Wunder, die Temperatur und Luftqualität waren im Konzertsaal kaum auszuhalten. Nichtsdestotrotz feierten die Leute zur altbekannten New Rock Legende Limp Bizkit ab, als ob sie eine Eiszeit verhindern müssten.

Gestartet wurde der Abend mit DJ Andy G, welcher ein energiegeladenes Set gekonnt aufgelegte. Ein DJ zu präsentieren statt einer Vorband ist showtechnisch zwar äusserst langweilig, doch wenn er brauchbare Mucke serviert, kann es schnell heftig abgehen, da die Zuhörer die meisten Songs kennen. Und so kam es, dass Andy bereits ab dem vierten Song das Komplex in seinen Bann gezogen hatte.

Erstaunlich war, dass nach seinem kurzen Auftritt fast eine geschlagene Stunde verging, bis Limp Bizkit auf der Bühne standen. Ein DJ Pult zu verstauen, das sollte eigentlich fix gehen und den Soundcheck hätte man auch vorher machen können. So schallten dann auch mehrmals Rufe nach Limp Bizkit durch den Raum. Das Warten war wohl vor allem für die Bars zufriedenstellend, denn dort wurde fleissig konsumiert.

Das lange Warten wurde belohnt mit einer netten Ansage von Frontmann Fred Durst: Fuck yourself! Die Stimmung war von Anfang an auf dem Höhepunkt und hielt sich dort fast beständig, so als ob die Anwesenden ihren letzten Tag auf Erden hätten. Fred Durst war sichtlich beeindruckt von der Energie, welche seine Fans zu Tage brachten. Der spezielle New Rock von Limp Bizkit ist definitiv noch nicht ausgestorben.

Die Setlist enthielt, wie schon bei ihrem letztjährigen Auftritt am Greenfield, sehr viele ältere Songs vom Album Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water, welche beim Publikum immer noch am besten ankommen. Die Textsicherheit seiner Anhänger nutzte Fred immer wieder aus und animierte die Leute zum mitsingen und pogen. Als die Fangemeinschaft mal wieder fröhlich zum Refrain einsetzen wollte, spielte die Band munter ihr Intermezzo weiter. Fred meinte darauf lachend, man solle nicht alles glauben, was man hört und ab jetzt gäbe es Freibier.

Limp Bizkit konnte beweisen, dass sie das musikalische Niveau immer noch halten können. Zwischen und eben während den Songs gab es immer wieder interessante instrumentale Parts mit funkigem Hiphop-Elementen, massiven Gitarrenwänden und treibenden Rhytmen. Die ungewöhnliche Cover-Version von Georg Michael’s Faith und vielleicht auch Durst’s Klamottenstil untermauerte ihre Experimentierfreudigkeit. Durst trat nämlich in extrem tiefsitzenden neongelben Shorts, rotem Hemd, Vollbart und natürlich mit seinem Markenzeichen der Baseballkappe auf.

Ein weiterer Beweis, dass Limp Bizkit keiner bestimmten Szene angehören wollen und dem Begriff Crossover alle Ehre zollen.