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Am 26. November öffnete das Hallenstadion seine Türen für mehrere tausend Menschen, die nur gekommen waren um einen zu sehen: Lenny Kravitz. Er kam jedoch nicht alleine, sondern hatte einige geniale Musiker im Gepäck, die mit ihm zusammen den Abend unvergesslich werden liessen.

Der Support-Act Raphael Saadiq sorgte von Anfang an für gute Laune im ausverkauften Hallenstadion. Er animierte das Publikum immer wieder zum Mitmachen und schaffte es mit seiner Musik, welche die Elemente von Gospel, Funk und Blues zu einem satten Sound verschmelzt, bis in die hintersten Ränge zu begeistern. Er gab sich sichtlich Mühe eine Verbindung zu den Zuschauern aufzubauen und spätestens, als er sich mit «Grüezi! Did I say that right? Grüezi!» zum Publikum wandte, hatte er die Sympathien der Menge gewonnen. Nach 40 Minuten beendete Saadiq seine Show mit Let The Sunshine und sorgte für einen gelungenen Auftakt in den Konzertabend. Das Publikum hätte gerne noch mehr von ihm gehört.

Pünktlich um 21.00 Uhr trat Lenny Kravitz auf die Bühne. Ohne grosse Umschweife legte er sofort los und fegte über die Bühne. Auf drei grossen dreieckigen Projektionsflächen wurden Live-Aufnahmen und vorgefertigte Video- und Animationssequenzen gezeigt, so dass auch die Zuschauer in den weiter entferten Bereichen des Hallenstadions eine gute Show zu sehen bekamen. Kravitz spielte Hits aus über 20 Jahren Erfolgsgeschichte und verwandelte den Saal in einen Hexenkessel. Titel wie American Woman und Fly Away brachten die Halle zum kochen und spätestens bei Are You Gonna Go My Way konnten sich auch die Gäste auf den Sitzplätzen nicht mehr zurückhalten. Bemerkenswert fand ich, dass Lenny sich immer wieder etwas in den Hintergrund zurückzog und seinen Musikern die Bühne für grossartige Solis überliess. Ob Trompeten-, Saxophon- oder Gitarrensolo – sie alle wurden von versierten Musikern vorgetragen, denen man die Freude am Spielen ansehen konnte. Sie lockerten das rockige Konzert mit bewegenden Momenten auf, ohne den Fluss des Konzerts zu zerstören.

Leider musste auch dieser Abend zu Ende gehen, doch Lenny erhörte die Rufe der Fans und kam nochmals für eine Zugabe auf die Bühne, nur begleitet von seinem Gitarristen. Sie setzten sich auf den Bühnenrand und gaben Push zum Besten – rein akustisch. Das fehlen des bombastischen Sounds gab dem Ganzen einen magischen, emotionalen Touch. Es folgte I Belong To You – immer noch akustisch – und die Vorstellung der Band. Lenny witzelte dabei, man habe ihm gesagt, dass er nicht zu lange machen darf, da sonst die Leute nicht mehr mit dem Zug nach Hause kämen. «If you miss your train, I’ll take you home. We got some nice busses out there.»

Auch das Bad in der Menge durfte natürlich nicht fehlen. Ein paar Sicherheitskräfte hatten den eher undankbaren Job, einen Weg für Lenny Kravitz durch die Menge zu bahnen. Und Lenny hatte scheinbar seinen Spass daran, denn er ging nicht nur bis zum Mischpult, hinter welchem eine kleine Bühne aufgebaut war, auf der er sich nochmals feiern liess, sondern danach auch noch die Ränge hinauf bis unters Dach des Hallenstadions. Ein Superstar ohne Berührungsängste. Wieder auf der Bühne angelangt steckte er sich eine Stange Toblerone, welche ihm ein Fan hochgeworfen hatte, in die Hosentasche – mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ein kleines Dankeschön aus der Schweiz für ein grossartiges Konzert.