Am Freitag, dem 23. März, wurden die Pforten des Hallenstadions für den internationalen Star und sogenannten Balladenkönig Bryan Adams weit geöffnet und liessen 13’000 Personen ein, die somit die Möglichkeit hatten einen unvergesslichen Abend mit einem Star zum Anfassen zu erleben!

Mit grossen Lettern stand der Name der Vorband auf die Leinwand geschrieben, als der Startschuss des Konzertabends fiel. Heather Nova, die bermudische Sängerin, Musikerin und Dichterin schaffte es vom ersten Augenblick an, die richtige Stimmung im Hallenstadion zu erzeugen, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt gerade mal halbvoll war. Bereits nach wenigen Liedern konnte sie das Publikum mit ihrer rockigen Stimme in den Bann ziehen und brachte auch erst kürzlich Eingetroffene zum Mitwippen. Zum Schluss ihrer halbstündigen Vorstellung waren nun beinahe alle Zuschauer eingetrudelt und zeigten die Begeisterung über Indie-Rock Sängerin mit einem lautstarken Applaus – endlich mal wieder eine Vorband, die passend ausgewählt war, die richtige Stimmung verbreitete, und einfach einen guten Job gemacht hatte.

Die übliche halbe Stunde später war das Hallenstadion bis auf den letzten Platz gefüllt und bereit für die ersten Töne von Bryan Adams. In der Zwischenzeit war auf der riesigen Leinwand zu sehen, wie fleissig über das Konzert und den Event getwittert wurde – eine coole Idee und ein netter Zeitvertreib, die Twitter-Wall zum Konzert live auf der Leinwand darzustellen, wo jeder, der einen entsprechenden Beitrag im Twitter verfasste, schon kurze Zeit später seinen Eintrag lesen konnte.

Trotzdem war wohl jeder überglücklich, als die Lichter endlich ausgingen und damit klar den Startschuss zum Konzert von Bryan Adams gaben – und was für einer! Vom ersten Ton an, der aus den Lautsprechern schallte, war das Publikum völlig in den Bann des Kanadiers gezogen. Das zweistündige Konzert war eine wahre Reise durch die «Best-Of-Hits» von Bryan Adams – oder, wie er es selber sagte: «I don’t know if you know, but tonight’s show is quite long! Actually, we’re trying to do as many songs as I can remember!»

Während dem Abend sorgte er jeweils für wechselvolle Stimmungen – zeitweise wurde das Hallenstadion gerockt, wie bei Summer of ’69, Somebody, 18 ‘til I Die und Cuts Like A Knife, andererseits schaffte er es, mit Balladen wie Here I Am, Have You Ever Really Loved A Woman?, Please Forgive Me und Straight From The Heart so manches Auge verdächtig schimmern zu lassen. Einen nicht unerheblichen Anteil an der grandiosen Stimmung trug natürlich nicht nur die rauchige Stimme des Sängers, sondern auch die Musiker, die Bryan Adams schon seit Jahren begleiten, bei. In Erinnerung bleiben mir dabei vor allem der Drummer Mickey Curry und der Gitarrist Keith Scott. Während If You Wanna Leave Me (Can I Come Too?) zum Beispiel verliess Curry seinen leicht versteckten Platz hinter dem Drumset und setzte sich vor einem etwas interessanten Aufbau von Eimern, Pfannen und Töpfen, um mit den Sticks darauf zu hämmern. Schon nach kurzer Zeit gesellte sich Keith Scott zu ihm auf dem Boden, legte seine Gitarre ab und schnappte sich zwei Sticks. Nicht ganz so routiniert wie Curry begann er, auf die Eimer zu schlagen und ab und zu mal sogar bei Curry reinfunkten, was mit einem Grinsen des Schlagzeugers quittiert wurde. Die Beiden hatten eindeutig Spass auf der Bühne – und zwar nicht nur während diesem Lied, den sie auf dem Boden sitzend verbrachten, sondern während des ganzen Konzerts, was sie dem Publikum auch deutlich zeigten.

An diesem Abend bewies Bryan Adams einmal mehr, dass ein grossartiger Musiker mit der entsprechenden Bühnenpräsenz keinen grossen Aufbau rundherum braucht, um ein grandioses Konzert zu veranstalten – ganz im Gegenteil. Die Balladen profitierten von der eher spärlichen Lichtshow, und die Laserstrahlen wurden nur bei zwei oder drei Liedern eingesetzt. Ein Blickfang waren jedoch eindeutig die drei Leinwände, auf denen Livebilder des Konzerts übertragen wurde, sodass jeder, der nicht über seine Vordermänner hinwegsah, das Konzert wenigstens über die riesigen Leinwände miterleben konnte.

Des weiteren zeigte der 52-Jährige auch, wie wichtig die Nähe zum Publikum ihm ist. Mehr als einmal kam er ganz zum Rand der Bühne, und wie bei jedem seiner Konzerte üblich, holte er sich auch diesmal eine junge Dame aus dem Publikum, die mit ihm ein Lied singen durfte. Glückliche Gewinnerin und «Star of the night», wie Bryan sie später bezeichnete, war Nina aus Grenchen, die als erstes gleich Bryan und Scott (zweimal!) umarmte, bevor sie die Fragestunde mit dem Sänger und Idol tapfer hinter sich brachte. Später bewies die junge Frau, wie egal es ihr war, dass sie völlig falsch sang – sie hatte ihren Spass dabei, den Text von Baby When You’re Gone mitzusingen und zeigte keine Hemmungen, dabei auf der Bühne zu tanzen, zu hüpfen und sogar ein bisschen mit den Musikern zu flirten. Nicht nur Bryan freute sich über den Überschwang des Mädchens, sondern auch das Publikum, wenn auch wohl die eine oder andere Frau etwas neidisch war. Schlussendlich musste jedoch jeder dem Sänger zustimmen – «Nina, that was fantastic!» Mit diesem Lob von Bryan Adams wurde der Abend für die Design-Studentin wohl unvergesslich.

Abgeschlossen wurde das Konzert, bei dem sich schon lange niemand mehr auf den Sitzen halten konnte, sondern jeder im Stehen klatschte, jubelte und mitsang, schlussendlich mit dem Lied Nummer 24, All For Love, bei dem Bryan das Publikum dazu aufforderte, mit den Handys ein Lichtermeer zu erzeugen. Dies ist bei 13’000 Menschen «A Sight to Behold» – ein unvergesslicher Anblick. Thank You, Bryan Adams!

 

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