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Um es gleich vorneweg zu nehmen: Dieser Tag wird mir nur zu einem Drittel in Erinnerung bleiben. Das liegt wohl daran, dass mich die beiden Supporting Acts von A Day To Remember nicht sonderlich beeindruckt haben.

A Day To Remember

Diese Band bot tatsächlich a day to remember (Foto: Michelle Brügger)

Fast hätte ich den Opening Act The Story So Far verpasst, weil die Band im Komplex 457 in Zürich eine halbe Stunde früher loslegte als angekündigt. Ich kann gar nicht so genau sagen, weshalb mich der Gig der Kalifornier nicht vom Hocker riss. Mir persönlich ähneln sich ihre Songs einfach zu sehr. Fast könnte man meinen, sie hätten bei ihrem Auftritt einen einzigen, langen Song performt. Aus fotografischer Sicht konnten sie’s auch nicht rausreissen, denn mit rotem Licht kann man bei mir normalerweise überhaupt nicht punkten.

Während die nächste Band sich für ihren Auftritt bereit machte, studierte ich die Konzertbesucher. Eine eindeutige Zuordnung des typischen ADTR-Fans zu einer bestimmten Musik-Stilrichtung war an diesem Abend schlicht nicht möglich: Outfitmässig war von Pop, Punk und Rock bis zum Trainingsanzug alles vertreten.

Und weiter ging’s mit Every Time I Die. Dieses Mal war ich echt froh, mit Ohrstöpseln im Graben zu stehen, denn die Jungs liessen es krachen. Die energiegeladene Show der Eastcoaster wirkte ansteckend und stimmte mich trotz Dauerrotlicht Milde. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich mir auch einen Gig von ihnen ansehen würde, wenn sie als Headliner auftreten.

Wie heisst’s so schön? Der Name ist Programm!

Diese Band hat verstanden, dass Hardcore, Metal und Rock nicht zwingend rotes Bühnenlicht benötigt. Schon bei den ersten paar Takten strahlte ich mit den Scheinwerfern um die Wette. Aber wen interessiert das Licht? Die Leute waren da, um A Day To Remember live zu erleben. Die Floridians begeisterten ihre Fans mit eingängiger Musik und liess sich auch für die Blöcke zwischen ihren Performances so einiges einfallen. Irgendwann fragt Jeremy McKinnon, ob jemand Bock auf gratis Shirts hätte und plötzlich flitzte ein Schmutzli mehrfach über die Bühne und warf während des ganzen Songs sicher ein Dutzend Shirts in die Menge.

Ich war zum ersten Mal an einem Konzert von A Day To Remember. Dehalb habe ich keine Ahnung, ob der Frontmann an jedem Gig in eine riesige Plastikkugel steigt und darin förmlich über die Menge rennt. Falls nicht: im Komplex hat er’s getan und die Fans bescherten ihm mit ihren Händen eine besondere Art des Crowdsurfings. Funfaktor hoch zehn! Die Band beglückte uns mit zahlreichen Zugaben und als sie sich definitiv verabschiedeten, habe ich zugegebenermassen gedacht: Ja, diesen Gig werde ich tatsächlich nicht so schnell vergessen.