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25. Blue Balls: Indie-Rock-Poet Peter Doherty zu Gast

Die Frage bei Peter Doherty ist immer: Taucht er auf oder doch nicht? Mit relativ kleiner Verspätung rockte er dann das KKL in Luzern.

«Wir freuen uns sehr auf Peter Doherty, wir mögen seine Konzerte. Man weiss nie, was kommt. Das ist spannend, wir lassen uns überraschen heute», sagten zwei Besucher und Fans. Bild: Natascha Dittli

19.30 Uhr. An der Seebar spielten Belle und Bass. Ihr Motto: «Kleine Besetzung. Grosse Wirkung.» Viele Leute hörten dem Duo gespannt zu.

Am letzten Dienstag besuchte ausserdem der Indie-Rock-Poet Peter Doherty das KKL Luzern. So genau wusste man aber nicht, ob die Show pünktlich losgehen würde. Es kann manchmal sein, dass man bis zu zwei Stunden auf ihn warten muss; oder darf. Der Festival-Direktor begrüsste die Menge und bat um Geduld. Einige machten sich schon auf den Weg nach draussen im Gedanken, dass es ja noch länger gehen könne.

Doch er kam mit 20 Minuten Verspätung auf die Bühn. Und nicht allein: Mit von der Partie war seine Band The Puta Madres. Anfänglich wirkte das ganze noch ziemlich gesittet, doch spätestens als Doherty ins Publikum stieg und die brav sitzende Menge aufforderte, sich zu erheben, ging die Show so richtig los. Der britische Sänger war in Höchstform, er witzelte mit den Zuschauern, nutzte das Mikrokabel als Springseil und sprach sogar zwei Worte Deutsch: «Weisst du…»

Es wurden hauptsächlich noch unveröffentlichte Lieder sowie Stücke vom Solo-Album Hamburg Demonstrations gespielt, aber unter der Setlist befanden sich auch einige Schätze aus der Babyshambles- und Libertines-Kiste, so zum Beispiel The Whole World is Our Playground, All at Sea oder ein Medley aus Music When The Lights Go Out und Albion.

Nach einem etwas über 90-minütigen Set spielte die Band als Zugabe den Babyshambles-Song Fuck Forever und Peter forderte die Fans zur Stage Invasion auf.

Nebenan im Luzerner Saal startete die Show von The Strumbellas. Sie kennt man vor allem dank dem Song Spirits, einem Stück über Geister: «Ich habe Waffen in meinem Kopf und sie werden nicht gehen, Geister in meinem Kopf und sie werden nicht gehen», so beginnt die erste Strophe des Tracks der sechsköpfigen Folkpop-Band aus Toronto.

Es fiel auf: Blue Balls-Konzerte sind Hut-lastig: Peter trug schon einen, auch The Strumbellas und den Abschluss machte Walking on Cars aus Irland. Natürlich hatte Sänger Patrick Sheehy auch eine Kopfbedeckung. Im Jahr 2010 wurden sie gegründet und am Anfang ihrer Laufbahn begannen sie, in den kleinen Clubs und Pups ihrer Heimatstadt Dingle, Country Kerry zu spielen. Die Fans mussten aber bis zum Schluss auf ihren bekannten Song Speeding Cars warten; dazwischen gab es aber neue Songs zu hören. Trotz Mikropanne leisteten die Mitglieder der Band eine tolle Show und begeisterten die Menge mit einer gefühlvollen Stimme von Patrick, die mal tief und dann aber auch sehr hoch tönen konnte.