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Harte Riffs, brütende Hitze, ausgelassene Stimmung und eine Schockmeldung – so liesse sich das W:O:A 2013 kurz zusammenfassen. Wieso manche um den halben Erdball reisen, um an diesem Festival dabei zu sein, und ob es sich für sie gelohnt hat, bedarf etwas mehr Worte.

Dunkle Musik für ein buntes Publikum – ASP am W:O:A (Sacha Saxer)

Dunkle Musik für ein buntes Publikum – ASP am W:O:A (Sacha Saxer)

 

Heiss, heisser, Wacken!

Im Vergleich zum letzten Jahr waren die einzelnen kurzen Regenschauer oder ein kühler Luftzug eine sehr willkommene Abwechslung. Extrempunkte wurden am Freitag erreicht, mit 37°C, stechender Sonne und wenig Schattenplätzen. Ein Glück, dass die meisten Trink- und Essensstände auf dem Infield begriffen, dass ihre Kundschaft wegen der Hitze nahezu am Umkippen ist und sie dann nicht mehr fähig wären weiterhin so viel zu konsumieren. Deshalb beschlossen sie eimerweise Wasser (kein Trinkwasser) in die Menge zu kippen, um diese abzukühlen. Perfekt, wie die meisten Festivalbesucher fanden. Einige elektronische Geräte hatten durch die teilweise unerwartete Dusche dennoch etwas gelitten.

Heisse Shows

Mit der Hitze hatten auch die Bands während den Tagen zu kämpfen und bedankten sich überschwänglich für die Treue und die Motivation der Festivalbesucher und gaben ihr Bestes um sich nichts anmerken zu lassen, dass es echt anstrengend ist bei solchen Temperaturen eine «heisse Show» zu bieten. Bis auf Motörhead, die aufgrund von Lemmy‘s schwächlichem Zustand das Konzert abbrechen mussten, schafften das auch die meisten. Keine Angst, liebe Motörheadfreunde, Doro konnte direkt anschliessend Entwarnung geben, dass es Lemmy wieder besser ginge. Vor allem ASP, die trotz ihrem «Grufti-Sound» es schafften die ganzen Metalheads zu begeistern. Auch Deep Purple schaffte es, trotz vorangeschrittenen Alters, das Publikum mitzureissen. Und das Nightwish-Konzert mit der neuen Sängerin war auch nicht ohne. Das Rammstein-Konzert war viel zu überfüllt und wie immer die gleiche Show, jedoch kann man dagegen echt nichts einwenden und die Fans wurden sicherlich glücklich gemacht. Bei Alice Cooper konnte man sich streiten, vielleicht auch ein Generationenkonflikt, aber etwas mehr Begeisterung hätte ihm sicherlich gut getan. Die Show hingegen war astrein und liess altes Rockerflair aufsteigen. Alle oben genannten Bands hatten jedoch auch das Glück in der Nacht und ohne die unsägliche Hitze zu spielen. Deshalb war es umso beeindruckender, wie Powerwolf oder Die Apokalyptischen Reiter Vollgas gaben bei ihrem Auftritt. Weniger glücklich waren Sonata Arctica, welche leider genau zum grossen Gewitter am Samstag spielen mussten.

Wacken: Ein Erlebnis

In den Nächten kühlte es zum Glück ein wenig ab, nicht so, dass einem wirklich kalt war, aber dennoch angenehm um ein wenig Schlaf zu finden oder sich zumindest von den warmen Tagen etwas zu erholen. Was nicht heissen soll, dass das Wacken in der Nacht ruhig geworden wäre! Wer weiterhin feiern und gute Musik hören wollte fand hierzu immer eine passende Möglichkeit. Die Stimmung des gesamten Festivals war wieder einmal überragend. Die unterschiedlichsten Leute aus allen Herrenländern fanden sich zusammen um drei Tage lang ihre gemeinsame Leidenschaft zur Musik (selbstredend vorwiegend Metal) zu teilen und sich auszutauschen. Und wer das Gefühl hat, dass eine Anreise aus der Schweiz schon weit wäre, dem sei gesagt: Um dieses Festival zu erleben kommen sogar Menschen aus Brasilien oder Südafrika angereist!

Doch weshalb reist man so weit, nur um ein Festival zu erleben? Das Wacken ist nicht einfach nur ein Festival, mit seinem vielseitigen Line-Up, den kleinen Shows neben den angekündigten Acts auf den Bühnen, die kleinen Überraschungen die einen hier erwarten, wird das Wacken zu einem wahren Erlebnis. Ein Erlebnis um das jeder Festivalgänger bereichert wird, egal ob er jemals wieder zum Wacken kommt oder es vorzieht es bei diesem einen Mal zu belassen.

Zwischen den Konzerten

Weitere Highlights dieses Jahr waren die Badestelle am See und das Freibad, welches bei dem heissen Wetter ordentlich besucht wurde. So konnten sich die Metaler zwischendurch – vor allem morgens – ein wenig abkühlen um dann gutgelaunt in den Festivalalltag zu starten. Das Freibad hat wohl den Jahresumsatz in den drei Tagen gemacht. Das Becken war randvoll mit Metalern, die Circle Pits im Kinderbecken, Wall of Deaths und Hahnenkämpfe im Nichtschwimmerbereich und Ballspiele im Schwimmerbereich veranstalteten. Zudem wurden alle hübschen Frauen (teilweise auch Männer), die sich vom drei Meter Springturm trauten lauthals vom kompletten Freibad aufgefordert, sich auszuziehen. Manche Frauen erbarmten sich und gaben der Forderung nach, andere wurden lauthals ausgebuht oder mit einstimmigem Seufzen begleitet, wenn sie ihre Bikinis anbehielten. Die Männer waren da meistens etwas freizügiger, die kamen eigentlich immer der Aufforderung nach oder zogen sich auch ohne Aufforderung schon aus um ihre galanten Sprünge zu vollführen. Dass dann auch noch eine Kapelle einmarschierte und eine Polognese starte, war ein weiteres Sahnehäubchen.

Zurück im Infield konnte man sich aussuchen, was man essen wollte. Es gab alles! Von Pizzaständen über Nudeln, Burger, Ungarische Spezialitäten, Würstchen oder einfach nur ein Sandwich. Besonders zu empfehlen waren auch die Barbarenspiesse, die jedoch am Samstagabend restlos ausverkauft waren. Der einzige Kritikpunkt an diesen Tagen war wohl, dass ein Glas Wasser genauso viel kostete wie ein Glas Bier. Und die stehende Hitze beschaffte den Sanitätern in diesen Tagen wohl eine Menge Arbeit.

Ein wenig Kritik

Die Lightshows und die Soundeinstellungen waren makellos. Auch die restliche Organisation und der Aufbau des Festivals glichen einer Meisterleistung. Das einzige was wohl zu bemäkeln wäre, war dass die Party Stage zu nahe an den Hauptbühnen war und sich bei überschneidenden Konzerten die Klänge der Bands zu einem undefinierbaren Wirrwarr verschwammen, wenn man das Pech hatte in der Mitte zu stehen. Ausserdem verstopften bei den grossen Menschenmassen – kurz vor oder nach einem Hauptact – die Ein- und Ausgänge teilweise. Hier könnte man leicht Abhilfe schaffen, indem man die Ein- und Ausgänge besser kennzeichnet und vielleicht schon vor den eigenetlichen Ein- und Ausgängen anfängt Schlangen, mit Hilfe von Absperrungen, zu bilden.

Unvergessliche Tage

Samstagnachmittag kam dann endlich eine willkommene Abkühlung und das komplette Festivalgelände verwandelte sich binnen Minuten in eine riesige Schlammschlacht. Das Gerücht das Metaler eben die grössten Spielkinder auf Erden sind, bewahrheitete sich mal wieder. Deshalb wurde das Publikum zwischen den Acts auch schon mal mit riesengrossen luftballonartigen Plastikbällen beschäftigt oder eben eine Schlammschlacht angezettelt. Spass war so oder so garantiert. Die breite Auswahl des Line-Ups garantierte, dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Die Vielfalt an Menschen aus allen Ländern und Altersgruppen sorgten für eine einzigartige Festivalstimmung. Alles in allem: unvergessliche Tage!

Wacken 2014

Wer das Ganze nächstes Jahr nochmal oder ebenfalls miterleben möchte, sollte sich jedoch mit dem Ticketkauf beeilen. Da es das 25. W:O:A werden wird, werden die Karten schneller weg sein, als man schauen kann. Weiterhin gelten jedoch personalisierte Tickets, das heisst es wird auch schwierig welche nach offiziellem Ausverkauf zu finden. Das Wackenfestival 2014 findet vom 31. 7. – 2. 8. 2014 statt und kostet 170 Euro inkl. Vorverkaufsgebühren. Zudem gibt es die Möglichkeit sich ein T-Shirt (25 Jahre Wacken) mit zu bestellen, jedoch nur bis zum 31. 8. 2013. Tickets gibt’s wie üblich auf Metaltix.com. Bisher wurden schon zwölf Bands bestätigt für das Wacken 2014, weitere Infos und Aktualisierungen diesbezüglich gibt es auf der offiziellen Wacken Homepage.