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Butch Walker: der unbekannte Superstar, dessen Arbeit jeder kennt

Wird der Name Butch Walker in den Raum geschmissen, sind Fragezeichen über den Köpfen das gängige Bild. Niemand kennt ihn, und doch hat jeder schon von ihm gehört. Jedenfalls indirekt: Der 43-jährige Sänger und Musikproduzent ist für so manchen Radiohit verantwortlich. Ob für Avril Lavigne, Pink oder Fall Out Boy – Butch Walker arbeitet nur mit den ganz grossen amerikanischen Musikern. In Berlin spielte er vergangenen Freitag ein intimes Clubkonzert.

ss. Als Superstar Pink’s bester Freund und deren Supportact spielte er vor zwei Jahren auf den grössten Bühnen Europas. Vergangenen Freitag war es dann “nur” noch ein kleiner Berliner Club. Dass Mr. Butch Walker das aber nicht störte, zeigte er bereits bei seinem ersten Besuch in Berlin 2010: In einem kleinen Kellerclub im Herzen von Kreuzberg tobte er sich damals mit seiner Band und den sichtlich begeisterten Zuschauer  ebenso aus, als stünde er vor 20’000 Leuten – kein Unterschied für den Amerikaner. Auch vergangenen Freitag tröpfelten nur langsam vereinzelte Menschen in den Comet Club. Als Butch schliesslich mit Hut und Drink die Bühne betrat, war der Club immerhin zur Hälfte gefüllt. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch: Ohne Begleitung eines Instruments, einfach nur Acapella startete der stark tätowierte Rockstar in den Band und wurde dementsprechend gefeiert: lautstark und begeistert. Zeile für Zeile wurde mitgesungen, teilweise übertönte das Publikum sogar den Gesang des Sängers, welcher mit breitem Grinsen bereits nach wenigen Minuten im Musikhimmel angekommen zu sein schien. Egal wie leer oder wie voll der Club oder die Halle – ein Butch Walker lässt sich davon nicht beeindrucken. Die Intimität an diesem Abend konnte wohl kaum übertroffen werden. Butch erfreute sich über die Textsicherheit der Berliner, riss fröhlich Witze und unterhielt sich gerne mal mit diversen Leuten im Publikum. Nach den ersten Songs holte er sich schliesslich Bandkollege Jake auf die Bühne, der ihn fortan am Bass unterstützte. Dies hatte unter anderem auch zur Folge, dass gelegentlich mal ein Schnäpschen floss oder der Hauptact während eines Basssolos eben auch mal kurz zur Bar ins Publikum ging, um sich einen ausgeben zu lassen. Ein herrliches Bild, bedenkt man dabei die Herkunftsgeschichte des aus Georgia stammenden Künstlers, der schon in diversen Rockbands spielte, Majorverträge hinterher getragen bekam und sich heutzutage  in seiner Wahlheimat Los Angeles mit diversen amerikanischen Superstars umgibt.

Musikalisch gesehen, erlebten die Berliner auch an diesem Abend ein Konzert der Extraklasse: Über die Jahre hatte sich Butch Walker mit seiner Band, The Black Widows, in Richtung Pop-Rock mit einem Hauch oldschool-siebziger-Style bewegt und präsentierte auch an diesem Abend jeden seiner Songs mit viel Herzblut und musikalischem Können. Ob traurige Ballade oder starker Rocksong – Gänsehaut war an diesem Abend garantiert. Nach etwas mehr als 90 Minuten und diversen Ansagen der Veranstalter verliess Butch Walker mit Bassist Jake etwas wehmütig die Bühne. Dass der Abend für die Butch Walker-Fans noch lange nicht vorbei war, zeigte der sympathische Künstler, als er sich mit breitem Grinsen in die Menschenmasse stürzte, Autogramm- und Fotowünsche erfüllte und so einige Musikliebhaber damit glücklich machte. Erst kurz vor Mitternacht ging es für ihn schliesslich ins Hotel. Am nächsten Tag wartete ein Auftritt in einem Gefängnis in Oldenburg, wo unter anderem sein Film präsentiert werden sollte. Ein Film, der Einblick gewährt ins Leben und Arbeiten des Butch Walkers. Ein Film, der die Vielfältigkeit eines Künstlers zeigt, dessen Musik so oft in unseren Radios läuft und dessen Namen trotzdem für die meisten ein unbekannter bleibt: Butch Walker.

http://www.youtube.com/watch?v=4P3rK08OOw8

 

Fotos: Steffi Sonderegger

 

Steffi Sonderegger
Über Steffi Sonderegger (36 Artikel)
Reporterin und Fotografin
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